Kleine Räuber können großen Schaden anrichten

Deliktunfähigkeit in der Haftpflicht – ein wichtiger Baustein

Beim Spielen zerrissene Jacken von anderen Kindern, rollende Puppenwagen auf Nachbars Auto oder mit dem Fahrrad ein geparktes Auto streifen, können immer mal vorkommen. Und schon so manches Mal hat sich auch schon ein leerer Kinderwagen auf dem Supermarktparkplatz verselbstständigt.

Deshalb sollte man unbedingt den gegebenenfalls schon bestehenden Privathaftpflicht-Vertrag auf Familiendeckung überprüfen oder sich generell über die verschiedenen Möglichkeiten der Haftpflicht-Absicherung mit besonderem Fokus auf Kinder informieren.

 

Haftpflichtversicherung- die wichtigsten Fakten im Überblick
  • Wichtigkeit: sehr hoch
  • Warum: Damit es zu keinem Streit mit Freunden oder Nachbarn kommt
  • Durch eine Familienversicherung sind Kinder mitversichert
  • Deliktunfähigkeit sollte mit eingeschlossen sein/ keine Prüfung der Aufsichtspflichtverletzung
  • Auf ausreichend hohe Deckungssummen achten

Eine Haftpflichtversicherung hat die Aufgabe die Haftungsansprüche zu prüfen, unberechtigte Ansprüche abzuwehren und berechtigte Ansprüche auszugleichen.

Bei Schäden durch Kindern stellt sich die Frage, ob das Kind in der Lage war die Auswirkung des Handelns abzuschätzen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass dies bei Kindern unter 7 Jahren (im Verkehr unter 10 Jahren) nicht der Fall ist. Diese sind deliktunfähig.

Kein Ausgleich des Anspruchs bei korrekter Aufsicht

Ein Beispiel: Der 4 Jährige Thomas schmeißt das Smartphone des Nachbarn auf den Boden. Es zerbricht und ist nicht mehr funktionsfähig. Da die Versicherung keine Verschuldung bei deliktunfähigen Kinder überprüft, wird das Verschulden der Eltern geprüft. Stellt sich heraus, dass die Eltern ihrer Aufsichtspflicht (Achtung: Hier gibt es verschiedene Auslegungen je nach Alter) nachgekommen sind, wehrt der Versicherer alle Ansprüche ab. Der Nachbar hätte das Handy in Sicherheit bringen müssen.

Sollte sich heraus stellen, dass die Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind, dann muss die Versicherung für den Schaden aufkommen (aufgrund Schadenersatzpflicht des Vaters).

Da häufig Schäden im Bekannten- und Freundeskreis passieren und man diesen den Schaden ja auch ersetzen möchte – was im obenstehenden Beispiel bei korrekter Aufsichtspflicht seitens Versicherer ja nicht übernommen werde würde – ist sehr drauf zu achten, dass ein Tarif mit einer hohen Summe bei Deliktunfähigkeit bzw. der Klausel „Verzicht auf Prüfung der Aufsichtspflichtverletzung“ gewählt wird.

Bis wann sind Kinder mitversichert

Kinder sind grundsätzlich mitversichert bis diese ihre erste Lehre oder ihr erstes Studium abgeschlossen haben. Dies gilt auch für ein Studium nach der Lehre. Auch eine Wartezeit von bis zu einem Jahr nach der Schule ist mitversichert. Auch im Freiwilligendienst gilt Versicherungsschutz für die Kinder. Ist das Kind berufstätig, fällt die Mitversicherung weg und es muss sich selbst versichern. Die Mitversicherung endet mit dem 25. Lebensjahres des Kindes.

Gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung und überprüfen auch Ihre bisherigen Verträge.

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