Sparen für Kinder – was aus steuerlicher und rechtlicher Sicht zu beachten ist

Dezember 13th, 2016   •   Kommentare deaktiviert für Sparen für Kinder – was aus steuerlicher und rechtlicher Sicht zu beachten ist   

Diesmal in unserem Blog: Die wichtigsten steuerlichen und rechtlichen Aspekte eines Juniorspardepots.  Unsere Steuerberaterin Nina Kessler hat hier freundlicherweise mitgewirkt.

Rechner, Berechnung, VersicherungSpardepot auf Namen des Kindes

Möchten Eltern oder die Großeltern ein kleines Vermögen für die Kinder ansparen, dann empfiehlt es sich ein Spardepot für Kinder einzurichten. Über die verschiedenen Möglichkeiten haben wir bereits in unserer Rubrik Kindersparen berichtet.

Ein Depot auf den Namen des Kindes einzurichten und nicht das Konto der Eltern zu besparen hat viele Vorteile. Vor allem die steuerlichen Vorteile überwiegen hier.

Steuerfreibetrag für Kinder

Jedes Kind ist, wenn es Einnahmen wie z.B. Kapitalerträge hat, ein vollwertiger Steuerzahler. (Hinweis: Eine eigene Steuererklärung muss oder sollte dann erstellt werden).

Werden Kapitalerträge erzielt ist hier normalerweise die Abgeltungssteuer zu entrichten.

Jede in Deutschland lebende Person kann aber einen sogenannten Steuerfreibetrag (Sparer-Pauschbetrag) nutzen. Auch Kinder können diesen von Geburt an nutzen. Dieser beträgt 801€ pro Jahr. Bis zu diesem Betrag sind keine Kapitalerträge zu versteuern. Bei allen darüber liegenden Beträgen fällt die Abgeltungssteuer an.

Freistellungsauftrag für das Kind

Um diesen Steuerfreibetrag nutzen zu können, muss für das Kind ein Freistellungsauftrag gestellt und der entsprechenden Bank mitgeteilt werden.

Hinweis: Sie können einen Freistellungsauftrag mit verschiedenen Höhen auf mehrere Banken verteilen. Sie sollten aber dringend darauf achten, dass diese die Summer von 801€ nicht übersteigen. Das könnte sonst zu unangenehmen Fragen seitens des Finanzamtes führen. Es besteht daher auch die Möglichkeit die Kapitalertragssteuer über die Steuererklärung auch ohne Freistellungsauftrag zurück zu holen.

Nichtveranlagungsbescheinigung

Auf einen Freistellungsauftrag kann durch eine Nichtveranlagungsbescheinigung verzichtet werden. Eine NV-Bescheinigung bestätigt, dass das Kind im Bezugsjahr kein Einkommen über dem Grundfreibetrag in der Höhe von 8.652€ (Stand 2016)  erzielt. Somit wird bei Vorlage auf den Einbehalt der Kapitalertragssteuer verzichtet. Der Freistellungsauftrag ist damit überflüssig. Die Nichtveranlagungsbescheinigung wird jedoch nur erteilt, wenn die Einkünfte aus Zinsen etc. nicht über 801,00 € liegen.

Die Eltern als Treuhänder – Nutzung der Ersparnisse des Kindes

Um diese Steuergestaltung optimal nutzen zu können, müssen Eltern sehr vorsichtig sein. Eltern treten nur als Treuhänder auf. Das Kind ist Eigentümer des Kontos. Das Vermögen muss klar getrennt sein. Was nur durch ein Konto, welches auf den Namen des Kindes läuft, erfüllt ist. Sollten Eltern Geld entnehmen und dies beispielsweise für eigene Anschaffungen nutzen, könnten steuerrechtliche Probleme (und sogar zivilrechtliche!) Probleme auf diese zukommen. Rechtlich gehört das Geld dem Kind. Die Eltern dürfen die Ersparnisse nur zur Finanzierung der Bedürfnisse des Kindes nutzen. Dazu dürften z.B. ein Führerschein oder die Finanzierung einer Ausbildung gelten.

Liegen größere Vermögensübertragungen vor, sollte definitiv ein Steuerberater zu Rate gezogen werden.

Probleme beim Bafög

Möchten das Kind zum Beispiel für das Studium staatliche Unterstützung (BAföG) beantragt, darf dieses nur über ein Vermögen von 7.500 Euro verfügen. Möchte das Kind erst Leistungen nach BAföG erhalten, muss das Kind bis zu diesem Betrag Vermögen aufzehren.

Vorsicht bei der Familienversicherung

Es müssen sicherlich enorme Ersparnisse vorliegen, aber dennoch hier an dieser Stelle ein Hinweis: Ist das Kind über die Familienversicherung versichert und hat beispielsweise Kapital-Einkünfte über monatlich 425€ (450,- Euro monatlich bei Einkünften aus geringfügiger Beschäftigung), dann entfällt die kostenfreie Mitversicherung und das Kind muss sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern.

Hinweis: Wir weisen darauf hin, dass sich die steuerliche Rechtslage jederzeit ändern kann.

Bei Fragen zu diesen steuerlichen Themen, wenden Sie sich gerne an unsere Steuerberaterin Nina Kessler oder an das Pänz Vorsorge-Team.

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