Über den Tellerrand geschaut mit Kinderzahnärztin Frau Loosen

Juni 9th, 2016   •   Kommentare deaktiviert für Über den Tellerrand geschaut mit Kinderzahnärztin Frau Loosen   

smilestar_logoDiesmal sind wir im Rahmen unserer Interview-Reihe „Über den Tellerrand geschaut“ zu Gast in der Kinderzahnpraxis smilestars in Köln Porz.

Was uns in der Praxis sofort aufgefallen ist, ist die kinderfreundliche Gestaltung. Wir fühlen uns dort sofort sehr wohl. Für ein Interview hat sich Verena Loosen zur Verfügung gestellt, um unseren Lesern einen Einblick in die Pflege von Kinderzähnen und das Thema Zahnspange zu geben. Verena Loosen ist in der Porzer Praxis als Kinderzahnärztin tätig.

Hallo Frau Loosen, vielen Dank, dass Sie sich ein wenig Zeit für unseren Blog nehmen. Haben Sie sich bewusst für eine Anstellung als Kinderzahnärztin entschieden?

Ja absolut! Mir bereitet es viel Freude, mit Kindern zusammenzuarbeiten. Man bekommt von den Kindern sofort eineBildPraxissmilestars Rückmeldung, ob diese sich wohl gefühlt haben. Das ganze Team ist auch sehr kinderlieb.  Ich finde, dass wir eine sehr schöne Praxis haben, in der unsere kleinen Kunden sich sofort wohl fühlen und die sehr kindergerecht eingerichtet ist. Dies ist sehr wichtig, damit die Kinder im späteren Leben keine Angst vor dem Zahnarzt haben. Mich freut es unheimlich, wenn Kinder sich auf einen Zahnarztbesuch bei uns freuen.

Nun wollen wir auch gleich loslegen: Worauf sollten Eltern bei der Pflege der Zähne ihrer Kinder generell achten? Welche Tipps geben Sie den Eltern?

Eltern sollten schon ab dem ersten Zahn mit dem Zähneputzen beginnen und damit nicht nur den Zahn pflegen, sondern auch die Kinder ans Zähneputzen gewöhnen. Je früher man zum Zahnarzt geht, desto eher kann man sich auch über Pflege der Zähne und über die häusliche Hygiene informieren.

Sind die Backenzähne da, dann sollten die Zähne zweimal täglich geputzt werden. Eltern sollten zum Putzen der Zähne Milchzahnpasta mit Fluorid benutzen. Das stärkt die Zähne!

Ganz wichtig ist natürlich auch die Ernährung. Besonders die Auswahl an Getränken spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Karies, daher sollte als Getränk nur Wasser oder ungesüßte Tees gewählt werden.  Auch die Anzahl von zuckerhaltigen Zwischenmahlzeiten sollte so gering wie möglich gehalten werden. Das hält die Zähne langfristig gesund.

Wenn man sich an solche Grundlagen hält, dann hat man schon viel für die Kinderzähne getan. Wenn es die Eltern dann ab dem sechsten Lebensjahr schaffen, die Zähne mit der Zahnseide zu reinigen, dann wäre das natürlich super. Darüber hinaus empfehlen wir noch dringend eine professionelle Zahnreinigung bei Kindern durchzuführen.

Wie hat sich die Situation der Zähne von Kindern entwickelt? Gibt es heutzutage mehr oder weniger Kariesbefall?

Schwer zu sagen. Persönlich stelle ich keine Verbesserung fest. Es kommen immer noch viele Kinder mit Karies zu uns in die Praxis. Es gibt Eltern, die gehen zum ersten Mal mit den Kindern zum Zahnarzt, wenn es drei Jahre alt ist. Das ist natürlich viel zu spät. Viele Kinder essen oder trinken einfach zu viele zuckerhaltige Lebensmittel, denn Zucker in den Nahrungsmitteln und Getränken dient als Energielieferant für die Kariesbakterien.

Viele Kinder haben Zahn- und Kieferfehlstellungen. Woher resultieren diese und wie kann man Zahn- und Kieferfehlstellungen vermeiden?

Hier sind falsche Angewohnheiten der Kinder oft der Grund für Zahn- und Kieferfehlstellungen. Man muss sagen, dass nicht jede Fehlstellung gleich zu einer Zahnspange führen muss, aber Fehlstellungen sollten gut beobachtet werden.

Eine Hauptangewohnheit ist, ein zu langes Nutzen des Schnullers. Spätestens mit drei Jahren sollte das Kind den Schnuller nicht mehr nutzen. Ebenso ist das Daumenlutschen nicht förderlich. Oft lutschen Kinder noch mit sechs Jahren am Daumen. Auch das Nuckeln an anderen Dingen, wie an anderen Fingern, sollte dem Kind abgewöhnt werden.

Ebenso sollte das Kind frühzeitig zum Trinkbecher erzogen werden. Flaschennuckeln kann eine Fehlstellung fördern.

Wie „schlimm“ sind der Schuller oder das Daumenlutschen bzw. Zahn- und Kieferfehlstellungen? Was können die Folgen sein?

Folgen sind zum Beispiel ein offener Biss, das heißt dass man die Zunge nicht mehr richtig anheben kann. Ebenso kann eine Fehlstellung zu einer falschen Sprachbildung führen. S-Laute können nicht richtig ausgesprochen werden. Viele Kinder müssen dann zum Logopäden.

Welche Leistungen werden durch die Krankenkasse übernommen und welche nicht? Wie teuer kann die Behandlung, z.B. eine Zahnspange werden?

Früher hat die Krankenkasse noch jede sogenannte Kieferindikationsgruppe (KIG) übernommen. Heutzutage übernimmt die Krankenkasse nur noch die KIG 3-5. Aber viele Behandlungen fallen auch in die Gruppe 1-2. Genau diese werden jedoch von den Krankenkassen nicht mehr übernommen. Tragisch, wenn Eltern möchten, dass ihre Kinder eine Zahnspange nutzen, diese aber nicht bezahlt bekommen. Eine Behandlung kann schon mehrere tausend Euro kosten. Da kann eine private Zahnzusatzversicherung helfen die Kosten aufzufangen.

Welche Leistungen sollte denn eine Zahnzusatzversicherung definitiv abdecken? Ab wann sollte man für sein Kind über eine Zahnzusatzversicherung nachdenken?

Eine gute Zahnzusatzversicherung für Kinder beinhaltet hohe Leistungen in den KIG Stufen 1-2, da hier die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nichts leistet. Ebenso sollte die Staffelung der Leistungen in den ersten 4-5 Jahren relativ hoch sein.

Zudem halte ich Leistungen für Prophylaxe als empfehlenswert. Sinnvoll kann ebenso die Übernahme von Füllungstherapien sein,  wie z.B. bei Mehrkostenvereinbarungen oder Wurzelbehandlungen.

Wenn eine Versicherung eine Fissurenversiegelung übernimmt, ist dies sicherlich auch nicht verkehrt.  Denn die GKV zahlt diese Leistung nur für bleibende Backenzähne.

Die Zahnzusatzversicherung kann so ab dem 5-6 Lebensjahr des Kindes angedacht werden. Kinder haben hier noch das Milchgebiss und es ist noch nicht absehbar, ob Behandlungen auf das Kind zukommen. (Sobald eine Zahnspangen-Behandlung vom Zahnarzt angeraten wurde, wird diese nicht mehr von einer Zahnzusatzversicherung übernommen.)

Frau Loosen, wir danken Ihnen für das tolle Interview!

Bild Frau LoosenVerena Loosen, Kinderzahnärztin

smilestars
Dr. med. dent. Daniel Förster-Marenbach & Dr. med. dent. Maike Anna Marenbach

Kölner Str. 48, 51149 Köln
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Telefax: (0 22 03) – 69 94 71
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